Bildung für Nachhaltige Entwicklung

– eine nationale Bildungsreform

Bildung für Nachhaltige Entwicklung – eine nationale Bildungsreform

Die Vereinten Nationen haben 2015 weltweit die Ziele nachhaltiger Entwicklung (die so genannten Sustainable Development Goals (SDGs)) für eine nachhaltige Gesellschaft der Zukunft formuliert. Eine Schlüsselrolle für das Erreichen kommt dabei der Bildung zu, insbesondere auch der Beruflichen Bildung. Auf dem Gipfel der Vereinten Nationen 2015 haben sich die Staaten der Welt in der Agenda 2030 auf 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung geeinigt. Die Agenda 2030 ist die Grundlage, um weltweit den Schutz der natürlichen Ressourcen mit sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlichem Fortschritt und kulturellem Wandel zu verbinden. Wie aber kommt das Leitprinzip Nachhaltigkeit in den Alltag, wie prägt es das Handeln jedes Einzelnen von uns? Nachhaltigkeit kann man erlernen und erleben – und darum geht es bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Nachhaltige Entwicklung – mehr als Umweltschutz

Die politischen Zielsetzungen der UN dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie definiert die 17 globalen UN-Ziele mit 169 Unterzielen für Deutschland und benennt Maßnahmen, mit denen die Ziele bis 2030 in allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung erreicht werden sollen, darunter Bekämpfung von Armut, Sicherung von Ernährung, Förderung von Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Klima-, Artenschutz, nachhaltigem Konsum und Produktion und wirtschaftlicher Entwicklung.

Konkrete Indikatoren machen die Zielerreichung messbar: so z.B. für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion mit dem Marktanteil von Produkten mit staatlichem Umweltzeichen, dem CO2-Verbrauch und der Anzahl von Unternehmen, die ein Umweltmanagementsystem EMAS betreiben.

Nachhaltigkeit kann man lernen

Inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen ist selber eines der 17 Ziele, Bildung wird gleichzeitig als Weg und wichtiges Instrument zur Umsetzung aller Ziele angesehen. Das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung soll dabei nicht nur Nachhaltigkeitsthemen vermitteln sondern in partizipativen Methoden kritisches Denken, Teamfähigkeit und weitere Fähigkeiten, auch mit internationalem Blick entwickeln. Dies ist Aussage des Nationalen Aktionsplans (NAP), der 2017 von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet wurde, einem Gremium von Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unter Vorsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Er fokussiert auf die Bereiche Frühkindliche Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, Non-formales und informelles Lernen, Jugend und Kommunen.
Von entscheidender Bedeutung des NAP wie auch der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist die Zielsetzung und Forderung, dass Nachhaltigkeitsbildung in allen Bildungssystemen und -bereichen strukturell verankert werden soll.

BBNE – Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung

Die Idee nachhaltigen Wirtschaftens ist ureigene Grundlage und Prinzip des Ehrbaren Kaufmanns, zu dessen Leitsätzen zählt: er erkennt und übernimmt Verantwortung für die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, er legt sein unternehmerisches Wirken langfristig und nachhaltig an. Handlungsfähig wird das im Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR), dem Management für gesellschaftliche Verantwortung für Unternehmen. Strategische und operative Gestaltungsrahmen hierfür bilden u.a. der Deutsche Nachhaltigkeitskodex oder die Leitlinieen der ISO 26.000.

Erlernbar und erfahrbar macht dies die IHK Nürnberg seit 2013 mit dem dort entwickelten Kurs „CSR Manager (IHK)“. Über 140 Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus haben sich hier qualifiziert, um Wissen über gesellschaftliche Entwicklungen und Verständnis für CSR-Konzepte zu gewinnen und in Unternehmen nachhaltigkeitsorientierte Organisationsentwicklung gestalten zu können. Berufliche Bildung mit Nachhaltigkeit und CSR als Leitkonzept unternehmerischen Handelns muss alle Beteiligten wie Auszubildende, Ausbilder, Lehrer und Prüfer erreichen. Natürlich und in besonderem Maße kann die berufliche Weiterbildung, und hier die höhere Berufsbildung lehren, Prozesse in der Unternehmenspraxis innovativ und nachhaltig zu gestalten. In der höheren Berufsbildung studieren Menschen mit Berufserfahrung und Praxis-know-how, die Fach- und Führungspersonal in allen Unternehmensbereichen stellen und die mit einem erlernten Verständnis für verantwortliches Wirtschaften betriebliche Nachhaltigkeitskonzepte entwickeln und umsetzen können.

Über rein fachliche und ökonomische Inhalte hinaus gilt es gesellschaftliche Entwicklungen zu thematisieren, Werte und Haltungen für verantwortungsvolles Wirtschaften zu vermitteln sowie methodische und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Die bundesweite Gültigkeit der Verordnungen und Verbindlichkeit der Lehrpläne der Beruflichen Aus- und Weiterbildung schaffen eine enorme Reich- und Tragweite wie in keinem anderen Bildungsbereich.

„Nachhaltig erfolgreich führen!“ – ein bundesweites Bildungsprojekt

Nachhaltigkeitsbildung muss unbedingt konkret, sichtbar und erlebbar werden. Meist geht es bei Themen wie Ressourcenschonung, Energieverbrauch, Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Digitalisierung, verantwortungsvollem Einkauf, effiziente Produktion, faire Geschäftspraktiken oder Mitarbeiterbeteiligung und Führungsverantwortung auch gar nicht um neue Inhalte, sondern um ein „anderes“ Gesamtverständnis oder Begreifen von Wirkungsketten. Nachhaltigkeit darf kein abstraktes oder verbrauchtes, sogar missbrauchtes Schlagwort bleiben. Nur wenn Sinnhaftigkeit, Nutzen und auch Problemstellungen klar werden, können neue Entwicklungen angestoßen und Handlungsweisen verändert werden. Und es braucht betriebswirtschaftliches Know-how im konkreten Kontext betrieblicher Prozesse und Organisation.

Hier setzt das neue nebenberufliche IHK-Training „Nachhaltig erfolgreich führen!“ an, eine Fortschreibung des ausgezeichneten Beitrages der IHK Nürnberg für Mittelfranken zum RNE-Bildungswettbewerb #tatenfürmorgen.